Jens Jenssen: „Ich will als Bürgermeister unsere Heimatregion stark machen und weiter voranbringen!“

EAZ: Herr Jenssen, der Wahlkampf neigt sich langsam dem Ende zu. Mit welchem Gefühl blicken Sie auf die vergangenen Wochen zurück?

Jens Jenssen: Mit einem guten Gefühl! Der Wahlkampf in den vergangenen 3 Monaten war ein guter Sprint, eine intensive und im positiven Sinne anstrengende Zeit, mit vielen spannenden und interessanten Begegnungen. Ich bin gleich Ende August mit meiner vor-Ort-Tour gestartet, um direkt mit den Menschen in unseren Dörfern und der Stadt ins Gespräch darüber zu kommen, wo der Schuh drückt und welche Projekte angepackt werden sollen. Ich habe mich sehr gefreut, dass ich so viele, 29 Gemeinden insgesamt, besuchen konnte, bis die Maßnahmen im Zuge der Corona-Pandemie weitere Termine nicht mehr möglich gemacht haben. Das bedeutete aber nicht das Ende des Wahlkampfs, sondern lediglich eine Verschiebung: Ich habe umgehend auf die neue Lage reagiert und als erster Kandidat den digitalen Weg gesucht, mit den Menschen in Kontakt zu treten. So habe ich dienstags und donnerstags ab 18 Uhr „Digitale Kandidaten-Gespräche“ angeboten, enorm viel telefoniert und über die sozialen Medien agiert. Denn der direkte Kontakt ist für mich grundlegend für eine gelingende Arbeit der Verwaltung.

EAZ: Bis zur Wahl am 29. November sind es nur noch wenige Tage, eine Stichwahl am 13. Dezember ist nicht ausgeschlossen. Sollten Sie zum neuen Bürgermeister gewählt werden, welche Projekte stehen auf Ihrer Prioritätsliste?

Jens Jenssen: Ich habe mehrfach betont, dass die Digitalisierung auch in der Verbandsgemeinde Daun ein Thema ist, das dringend und mit Kompetenz angegangen werden muss (die EAZ berichtete), sowie meine Vorstellungen, wie wir den Tourismus stärken, ausbauen und für alle Vulkaneiflerinnen und Vulkaneifler positiv gestalten können, dargelegt. Auch die Stärkung des Ehrenamts, unter anderem durch die Einführung einer Ehrenamtssprechstunde, will ich vorantreiben. Diese Themen sind mir unverändert wichtig, aber nicht ausschließlich:

Ich will die regionale Wirtschaft stärken, denn unsere Betriebe schaffen qualifizierte Ausbildungs- und Arbeitsplätze. Sie unterstützen regelmäßig regionale Projekte und Vereine. Und über die Gewerbesteuer tragen sie zudem maßgeblich zur Finanzausstattung unserer Gemeinden bei. Ich verstehe unsere Verwaltung als Servicepartner, der optimale Rahmenbedingungen schafft und dabei unterstützt, gute Geschäftsideen erfolgreich umzusetzen.

Gleiches gilt in der Gesundheitsversorgung. Die Sicherung der ärztlichen Versorgung und der Erhalt unserer Krankenhäuser haben für mich höchste Priorität. Ich möchte neue und zeitgemäße Formen wie lokale Gesundheitszentren, Telemedizin oder medizinisch betreute Wohnkonzepte einführen, damit wir alle in jeder Lebensphase bestmöglich versorgt sind.

Nicht zuletzt liegt mir die Bildung am Herzen: In unseren Kitas und Schulen legen wir die Grundlagen von morgen. Neben Erhalt und Ausbau unser Kita- und Schullandschaft will ich mich dafür stark machen, den Kindern die besten Startvoraussetzungen fürs Leben zu bieten. Ich werde mich einsetzen für digitale Bildungskonzepte, gesundes Essen, die Sensibilisierung für unsere Umwelt und für den Erhalt der Heimat. Als Zukunftsgestalter unserer Vulkaneifel sollen die Kinder bestens gerüstet sein.

EAZ: Herr Jenssen, in den vergangenen Wochen waren Sie fast täglich mit Take-Away-Boxen in den sozialen Medien zu sehen. Was hatte es damit eigentlich auf sich?

Jens Jenssen: Nicht nur fast täglich, sondern wirklich jeden Tag (lacht)! Mein Anliegen ist Folgendes: Die Gastronomie ist deutschlandweit von den Maßnahmen im Zuge der Corona-Pandemie betroffen, auch hier bei uns in der Verbandsgemeinde Daun. Gute Gastronomie – und die haben wir hier mit Sicherheit! – trägt dazu bei, eine Region attraktiv zu machen. Nicht nur für uns Einheimische, sondern auch für die vielen Menschen, die uns besuchen. Daher war es mir ein sehr großes Anliegen, diejenigen zu unterstützen, die Take-Away angeboten haben und darüber auch zu sprechen, bzw. zu posten. Ich hoffe einfach, dass ich dadurch auf die schwere Lage der Gastronomie ein wenig aufmerksam machen konnte und vielleicht sogar den einen oder die andere dazu animieren konnte, ebenfalls den Lieblingsimbiss, das tolle Restaurant im Nachbarort oder den Dönerladen um die Ecke zu unterstützen. Die Betreiberinnen und Betreiber sind gerade in einer schwierigen Lage – und leider hört es dort noch nicht auf, denn mittelbar ist auch der Einzelhandel durch das Ausbleiben der Menschen betroffen. Hier habe ich gerade einen Aufruf gestartet, den lokalen Einzelhandel zu unterstützen. Das wäre es mir allemal wert gewesen, vielleicht zwei, drei Kilo zuzunehmen – und das Beste ist: Weil ich parallel so viel unterwegs war und Flyer verteilt habe und dazu noch Joggen war, ist es nicht dazu gekommen (lacht)!

EAZ: Danke Ihnen für das Gespräch.